Author Archive: admin

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen — München

 Bleiberechtskampf historisch
mr. zores Dienstag, 3. Juli 2007 in Historisch, Bleiberecht, Karawane

Die Karawane München gibt es seit 1998, also seit fast zehn Jahren. Für ein Bleiberecht haben wir uns schon lange ausgesprochen. Bei Aufräumarbeiten habe ich jetzt diesen Aufruf ausgegraben — aus dem Jahr 2000. Interessant: das Wort ‘Legalisierung’ haben wir schon lange nicht mehr verwendet.
tags: bleiberecht, Demonstration, historisch, Karawane
Remember Osamuyia Aikpitanhi
mr. zores Freitag, 29. Juni 2007 in Festung Europa, Polizeibrutalität, Abschiebung,Karawane

Der 23jährige Nigerianer Osamuyia Aikpitanhi ist das jüngste Todesopfer, das brutale Abschiebungspraktiken in Europa gefordert haben. Sein Tod an Bord einer Linienmaschine der spanischen Fluggesellschaft Iberia am 9. Juni 2007 macht deutlich, dass die Polizeien der EU-Staaten nicht in der Lage sind, aus den Todesfällen der Vergangenheit die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Aikpitanhi starb gefesselt und geknebelt, wobei zum bloßen Verschluss des Mundes offenbar der Einsatz eines regelrechten Knebels im Innern des Mundes gehörte. Sein Widerstand gegen seine Abschiebung wurde, im wahrsten und tragischsten Sinne, erstickt.

Im Rahmen eines global Aktionstages hat daher heute, am 29. Juni 2007, eine Delegation der Karawane im spanischen Generalkonsulat in München vorgesprochen und dem Konsul persönlich die Protestnote mit knapp 4.000 Unterschriftenüberreicht, so wie es andere Gruppen auf der ganzen Welt auch getan haben.
Dieser erneute tragische Todesfall ist für uns Anlass, nocheinmal das sofortige Ende aller Abschiebungen verbunden mit einer gerechten Bleiberechtsperspektive für alle zu fordern. Osamuyia war nicht das erste Opfer der europäischen Abschiebemaschinerie, und es ist leider auch nicht abzusehen, dass er das letzte Opfer gewesen sein könnte. Wir möchten in diesem Zusammenhang auch an Aamir Ageeb, Marcus Omofuma, Semira Adamu und Kola Bankole erinnern, die auch bei ihrer Abschiebung zu Tode kamen, sowie an all jene Flüchtlinge, die auf dem Weg in die Festung Europa ihr Leben gelassen haben. Die Karawane München wird sich weiterhin gegen Abschiebungen einsetzen.
tags: aamir ageeb, Abschiebung, Brutalität, festung europa, Karawane, kola bankole, marcus omofuma, rassismus, semira adamu, tod im flugzeug

Rostock-Lichtenhagen

mr. zores Freitag, 15. Juni 2007 in Festung Europa, KarawaneTV, Demonstration, G8
Anlässlich des Migrationsaktionstag am 4. Juni 2007 in Rostock hat die Karawane München eine Kundgebung in Rostock-Lichtenhagen organisiert, um den Opfern von Rassismus und staatlicher Abschiebepolitk zu gedenken. Im August 1992 kam es an drei Tagen zu schweren Pogromen gegen AusländerInnen, die Polizei schritt kaum ein. Die Politiker nutzen die Situation, um den Artikel 16 GG, das Grundrecht auf Asyl, grundlegend umzukrempeln.
Uns als Karawane war es daher wichtig, nocheinmal daran zu erinnern, wie eine Koalition aus Nazis, “normalen” Rassisten und deutschen Politikern damals agierten und Terror gegen Flüchtlinge und AusländerInnen strategisch benutzen, um eine latente ausländerfeindliche Stimmung in Deutschland weiter anzuheizen und den Weg zu einer Grundgesetzänderung vorzubereiten, die bis heute nachwirkt. Näheres kann in unserem Aufruf nachgelesen werden, der weiter unten kommt. Wir werden auch nocheinmal detaillierter auf den Ablauf der Kundgebung eingehen und weitere Texte publizieren, aber hier schon mal ein kurzer Videoclip von g8-tv.org.

Quelle: g8-tv.org
Lizenz: CCL A-NC-SA 3.0
Team: freeZZ, kinoki now!, steve zizzou
Weitere Informationen:
Wikipedia Artikel zu den Ausschreitungen, mit Chronologie
Film: The Truth lies in Rostock zum Herunterladen
Ausstellung: Von Menschen, Ansichten und Gesetzen mit vielen O-Tönen von damals
Bilderreihe bei Umbruch
Untersuchungsbericht des Landstags Mecklenburg-Vorpommern pdf, 86 Seiten
Aufruf: Drei Tage im August . . . und viele Jahre mehr

August 1992, Rostock-Lichtenhagen: Neonazis greifen unter dem Beifall Tausender die Zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (ZAst) sowie ein Wohnheim vietnamesischer ArbeiterInnen mit Steinen und Molotowcocktails an. Das Pogrom dauert mehrere Tage. Die Polizei gewährt den BewohnerInnen keinen Schutz. Kurz danach gibt die SPD ihren Widerstand gegen die Änderung des Artikels 16 des Grundgesetzes auf. In faktischer Zusammenarbeit zwischen Nazis, ganz „normalen“ RassistInnen und deutschem Staat wird das Grundrecht auf Asyl entsorgt, Abschiebung, Ausschluss und Entrechtung wird dauerhaft als Umgang mit MigrantInnen und Flüchtlingen festgeschrieben.
Den ganzen Beitrag lesen »
tags: ausländerfeindlichkeit, brandanschlag, festung europa, g8, grundgesetzänderung, nazis, pogrom, rassisten, rostock lichtenhagen
Das Leben eines Flüchtlings in Deutschland
odysseus Mittwoch, 13. Juni 2007 in Karawane
Diese Vortrag war am 22. Mai vor Jugendliche in eine Kirchengemeinde in München gehalten.
Ich heiße Odysseus. Ich komme aus Nigeria. Ich bin Flüchtling in Deutschland seit dreieinhalb Jahren.
Ich will euch etwas über mein Leben in Deutschland erzählen. Ich lebe seit dreieinhalb Jahren in einem Flüchtlingslager in München. Da wohne ich in einem 13 Quadratmeter großen Zimmer, das ich mit 3 anderen männlichen Erwachsenen teilen muss. Dieses Zimmer befindet sich in einem Wohnblock von 11 weiteren Zimmern. Alle 12 Räume in diesem Block sind ebenfalls 13 Quadratmeter groß. Sechs von diesen Zimmern sind von Familien mit Kindern bewohnt. Alles in allem wohnen in diesem Block 42 Leute. Dann gibt es noch eine Gemeinschafts­toilette und ein Bad für die Frauen und eine Toilette mit Bad für die Männer. Und dann noch eine 13 Quadratmeter große Küche mit vier Doppel-Kochplatten und 2 Spülen für alle Leute im Block. In dem Lager, wo ich wohne, sind insgesamt 6 Wohnblocks, die genau so aussehen wie der, den ich beschrieben habe.
Den ganzen Beitrag lesen »
tags: Abschiebung, Afrika, asylbewerber
Warum die Karawane nach Heiligendamm gezogen ist
Lumumba Sonntag, 10. Juni 2007 in G8, Karawane

Rede von Ilsemarie von der Karawane auf einem Straßenfest in München am 2. Juni ‘07
Ich bin von der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen und soll euch erzählen, warum Vertreter verschiedener Flüchtlingsorganisationen wie z.B. die Karawane bei der Demo gegen den G8 Gipfel an der Spitze des Westteils der Demo marschieren.
Bei den 8 Mächtigen des G8 Gipfels soll angeblich u.a. der Fokus auf die mangelnde ökonomische Entwicklung der afrikanischen Ländern gerichtet werden und darauf, wie man dieses Problem auch ökologisch in den Griff bekommt. Selbst wenn man die Entwicklungshilfe erhöhen und die Verschuldung der ärmsten Länder abbauen würde, was natürlich wichtig ist, wären damit noch lange nicht die eigentlichen Probleme gelöst, da sie am Kern der Situation vorbei gehen. Deshalb lautet auch das Motto der Flüchtlingsorganisationen
„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“.
Den ganzen Beitrag lesen »
tags: Afrika, festung europa, g8, globalisierung, grenzen, Karawanetour
Abgeordnetenbriefe, Antwort Dr. Anton Hofreiter, Bündnis 90/Die Grünen
Lumumba Sonntag, 10. Juni 2007 in Bleiberecht
Die Bleiberechtsdebatte ist nach wie vor aktuell. Gerade erst hat die Europäische Kommission Vorschläge vorgelegt, nach denen Flüchtlinge nach fünf Jahren legalem Aufenthalt überall in der EU ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten sollen, wenn sie gewisse Bedingungen erfüllen. Die Karawane München ist schon eine Weile an diesem Thema dran und hat vor geraumer Zeit bei allen Bundestagsabgeordneten aus München angefragt, wie ihre Position zum Bleiberecht aussieht. Die Antworten (und Fragen jeweils darunter) veröffentlichen wir nach und nach hier auf der Website, die meisten sind parallel auch auf www.abgeordnetenwatch.dezu finden. So kann sich jeder ein Bild machen, wo die einzelnen Parlamentarier bezüglich des Aufenthaltsrechts grundsätzlich stehen – und bei Interesse selbst weiter nachfragen. Hier die Antwort von Dr. Anton Hofreiter, Bündnis 90/Die Grünen. Den ganzen Beitrag lesen »
tags: Abgeordnete, bleiberecht, Bundestag, grüne
Rostock, der lange Zaun und eine Pause
Lumumba Samstag, 9. Juni 2007 in CaravaLOG

Tja, lange nichts mehr erschienen im Karawane-Blog. Das liegt daran, dass wie alle irgendwie enorm mit dem Protest gegen den G8-Gipfel im Hohen Norden beschäftigt waren. Viele sind nach Rostock gefahren, andere (wie ich) zwar in München geblieben – aber das ist die Fraktion, die anderweitig beschäftigt war und trotzdem versucht hat, soviel wie möglich davon mitzubekommen, was zwischen dem gigantischen Zaun, der Sicherheitszone, den Camps und dem Rostocker Hafen passierte. Den ganzen Beitrag lesen »
tags: black bloc, g8, globalisierung, heiligendamm, Karawanetour, rostock
Lesetipp: Was ist Frontex?
mr. zores Montag, 28. Mai 2007 in Festung Europa
Bei Telepolis ist ein aufschlussreicher Artikel erschienen: Frontex als Schrittmacher der EU-Innenpolitik. Dort gibt es auch weitere Artikel zu Frontex.
tags: festung europa, frontex, telepolis
Ein abgeschobener Afghane berichtet.
mr. zores Samstag, 26. Mai 2007 in Abschiebung

Auf jetzt.de ist ein sehr spannender Bericht veröffentlicht worden. Überlebenskampf in Kabul: Ein aus Deutschland abgeschobener Afghane erlebt seine alte Heimat als kalte Fremde.
Es sei allen wärmstens ans Herz gelegt, ihn zu lesen, denn er schildert das persönliche Schicksal, welches hinter dem einfachen Wort “Abschiebung” selten zu erkennen ist.
tags: Abschiebung, afghanistan, asylbewerber
Dokumentation: Offener Brief aus Nigeria an Angela Merkel
mr. zores Samstag, 26. Mai 2007 in G8
Wir dokumentieren hier die deutsche Übersetzung eines offenen Briefes nigerianischer Bürgerrechtsgruppen an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie wenden sich gegen die Einladung an den neuen nigerianischen Präsidenten, am G8-Treffen in Heiligendamm teilzunehmen. Denn der neue Präsident, Umar Yar’Adua, kam durch eine Wahl an die Macht, die von der EU-Beobachtungsdelegation als “unglaubwürdig” bezeichnet wurde.
Angesichts dieser Tatsachen bedeutet die Einladung von Mr. Yar’Adua zu dem G8-Gipfel eine provozierende Billigung dieser unglaublichen Wahl und eine ‘Belohnung’ derjenigen, die den Tod der über zweihundert Nigerianer, die während der Wahlen sterben mussten, zu verantworten haben.